Trennung von Material und Fremdleistungen
Deine Marge entscheidet sich auf der Baustelle und im Büro. Wer Materialkosten mit Fremdleistungen vermischt oder Belege spät erfasst, verliert den Überblick. Das Ergebnis sind zu niedrige Preise im Angebot und schlechte Nachkalkulationen. Mit einer klaren Struktur für Material und Fremdleistungen stellst Du sicher, dass Du Deine Deckungsbeiträge kennst und Projekte profitabel bleiben.
Grundlagen: Was zählt zu Material und was zu Fremdleistungen
Materialkosten
- Einkauf von Hauptmaterialien wie Rohre, Kabel, Holz, Farbe, Fliesen
- Hilfs- und Betriebsstoffe wie Schrauben, Dübel, Kleber
- Handelswaren, wenn Du Produkte mitlieferst
- Transport und Lieferkosten, wenn direkt projektbezogen
Fremdleistungen
- Leistungen von Subunternehmern auf Deiner Baustelle
- Spezialgewerke wie Statik, Prüfungen, Messungen
- Mietleistungen von Geräten mit Bedienpersonal
- Montageteams auf Stundenbasis von Partnerfirmen
Wichtig
- Material und Fremdleistungen immer getrennt führen.
- Eigenleistung Deiner Mitarbeiter ist kein Fremdleistungsaufwand.
- Werkstattzeiten für Vorfertigung zählen zu internen Lohn- und Gemeinkosten, nicht zu Fremdleistungen.
Schritt für Schritt: So erfasst Du Kosten korrekt im Alltag
- Projektanlage sauber durchführen
- Jedes Projekt bekommt einen klaren Namen, Nummer und Auftraggeber.
- Hinterlege Kostengliederung für Material und Fremdleistungen.
- Lege optional Kostenstellen an, wenn Du mehrere Teams oder Gewerke trennst.
- Belege sofort erfassen
- Materialquittungen direkt nach dem Einkauf scannen und dem Projekt zuordnen.
- Lieferscheine fotografieren, bis die Rechnung eintrifft.
- Subunternehmerrechnungen mit Leistungszeitraum und Bezug zum Projekt ablegen.
- Materialquittungen direkt nach dem Einkauf scannen und dem Projekt zuordnen.
- Trennschärfe sichern
- Material auf Materialkonten buchen.
- Subunternehmer auf Fremdleistungskonten buchen.
- Keinen Mischposten nutzen.
- Notizen auf dem Beleg helfen später bei der Prüfung.
- Preise laufend prüfen
- Hinterlege Einkaufspreise und vergleiche sie mit den kalkulierten Ansätzen.
- Bei Abweichungen Nachtrag prüfen oder Materialalternativen mit dem Kunden abstimmen.
- Fortschritt dokumentieren
- Fotos, Protokolle, Abnahmen und Nachträge direkt im Projektordner
- So erklärst Du bei Mehrverbrauch oder Zusatzleistung den Aufwand.
Kalkulation im Handwerk: Vom Angebot bis zur Nachkalkulation
Vorkalkulation
- Material
- Teileliste oder Erfahrungswerte pro Quadratmeter oder Einheit
- Sicherheitszuschlag für Verschnitt und Kleinteile
- Fremdleistungen
- Festpreise von Partnern einholen oder Stundenansätze mit Mengen
- Puffer für Unvorhergesehenes
Verkaufspreis
- Materialaufschlag für Lagerhaltung, Beschaffung, Schwund
- Gemeinkostenanteil für Verwaltung und Werkstatt
- Gewinnaufschlag
Auftrag und Ausführung
- Abschlags- und Schlussrechnungen passend zum Baufortschritt
- Bei Änderungen sofort Nachtrag anbieten
- Material und Subunternehmer laufend gegen Angebot vergleichen
Nachkalkulation
- Ist Materialkosten und Ist Fremdleistungen je Projekt zusammenstellen
- Abgleich mit Angebot
- Abweichungen benennen
- Zu viel Material verbraucht
- Subunternehmer teurer als gedacht
- Nachträge zu spät gestellt
- Erkenntnisse in die nächste Vorkalkulation übernehmen
Konkrete Beispiele
- SHK Badsanierung
- Vorkalkulation: Rohrsystem, Vorwand, Keramik, Armaturen. Fremdleistung Fliesenleger für Teilarbeiten.
- Praxis: Zusätzliche Dämmung nötig. Materialmehrbedarf plus Nachtrag rechtzeitig anstoßen.
- Elektro Altbausanierung
- Vorkalkulation: Leitungen, Schalter, Verteilungen. Fremdleistung Kernbohrungen.
- Praxis: Kernbohrung dauerte länger. Subunternehmerrechnung höher. Nachtrag mit Begründung und Protokoll möglich.
- Dachsanierung
- Vorkalkulation: Ziegel, Lattung, Folie. Fremdleistung Gerüstbau.
- Praxis: Wetterverzug. Längere Gerüststandzeit. Kostenabstimmung mit Bauherr und Nachtrag frühzeitig klären.
Typische Fehler und wie Du sie vermeidest
- Material und Fremdleistung vermischt
- Folge: Keine transparente Marge, Nachkalkulation wertlos.
- Lösung: Strikte Kontentrennung und klare Kategorien im System.
- Belege zu spät erfasst
- Folge: USt Voranmeldung und Projektkosten hinken hinterher
- Lösung: Wöchentlicher Belegscan und Projektzuordnung.
- Nachträge zu spät
- Folge: Zusatzarbeiten werden nicht bezahlt.
- Lösung: Nachtrag sofort anbieten und schriftlich bestätigen lassen.
- Keine Preisupdates
- Folge: Kostensprünge bei Material bleiben unentdeckt.
- Lösung: Einkaufslisten regelmäßig abgleichen und Preisgleitklauseln prüfen.
- Subunternehmer ohne klare Leistungsbeschreibung
- Folge: Diskussionen über Umfang und Zeit.
- Lösung: Vertrag mit Leistungsumfang, Stundensätzen und Nachweisführung.
ToolTime in der Praxis: Projektordner, Materialkatalog, Belege, DATEV
Mit ToolTime schaffst Du die Basis für saubere Kalkulation und bessere Margen.
- Angebote und Rechnungen
- Erstelle Angebote mit klarer Trennung von Material und Fremdleistungen.
- Verwalte alle Materialien und Leistungen zentral im Katalog inkl. Großhändler-Schnittstelle.
- Erstelle Abschlags- und Schlussrechnungen mit Bezug auf Positionen und Nachträge.
- Belegmanagement GoBD konform
- Scanne Materialrechnungen, Bons und Subunternehmerbelege direkt per App.
- Weise Belege dem richtigen Projekt zu und füge Notizen hinzu.
- Grundlagen im Beitrag GoBD im Handwerk
- Projektordner und Nachweise
- Lege Fotos, Aufmaß, Lieferscheine und Protokolle zentral ab.
- Alles ist auffindbar und nachvollziehbar bei Nachträgen oder Prüfungen.
- Offene Posten und Liquidität
- Behalte Zahlungseingänge im Blick mit ToolTime Pay.
- Mahnstufen helfen Dir, Außenstände schneller einzuziehen
- Übergabe an die Fibu
- DATEV Integration für Ein und Ausgangsrechnungen spart Zeit.
- Zusammenarbeit mit Lexware wird durch strukturierte Exporte erleichtert
- Best Practices in der Lexware Integration
- Einfach starten
- Du willst Material und Fremdleistung endlich sauber trennen und Deine Marge verbessern? Die ToolTime Handwerkersoftware unterstützt Dich vom Angebot bis zur Übergabe an die Buchhaltung.
Fazit
Wer Material und Fremdleistungen klar trennt, Belege zeitnah erfasst und Nachträge konsequent stellt, sichert seine Wirtschaftlichkeit. Mit digitalen Prozessen und einer zentralen Ablage hast Du Kosten und Projekte im Griff. ToolTime liefert Dir dafür die passenden Bausteine. So kalkulierst Du sicherer, verbesserst Deine Deckungsbeiträge und reduzierst Stress im Monats- und Jahresabschluss.


