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Handwerker in Schreinerwerkstatt sitzt vor seinem Laptop und hält sein Smartphone in einer Hand.

Handwerksbetrieb übernehmen? So geht's!

Betriebsübernahme im Handwerk

Fast ein Viertel der deutschen Handwerker müssen aufgrund eines fehlenden Nachfolgers ihren Betrieb schließen. Eine verpasste Chance, sagen viele Experten. Denn einen bereits existierenden Handwerksbetrieb mit neuer Energie zu versorgen ist leichter, als einen Handwerksbetrieb ganz neu zu gründen. Mit einer soliden Basis lässt sich so gut wie jeder verrostete Handwerksbetrieb auf den neuesten Stand bringen. Maßnahmen, wie die Einführung einer Handwerkersoftware, bilden dafür oft die ersten Schritte – sie ermöglichen die Digitalisierung und damit mehr Effizienz und ein optimales Zeitmanagement. Lese jetzt alle wichtigen Infos für Deine erfolgreiche und zukunftsorientierte Betriebsübernahme im Handwerk.

Inhalt

Übernahmevarianten bei Handwerksbetrieben

Im Grunde unterscheidet man zwischen 5 Übernahmevarianten:

  1. Unternehmenskauf
  2. Anteilskauf
  3. Pacht
  4. Erbschaft
  5. Schenkung

Für die ersten drei Fälle gibt es Käuferportale, die sich in dem Bereich Unternehmensverkauf spezialisiert haben. Bei den letzten zwei Fällen handelt es sich üblicherweise um betriebsinterne bzw. familieninterne Übergaben.

Du möchtest selbst Deinen bestehenden Betrieb an jemanden übergeben, hast aber noch keinen passenden Nachfolger gefunden? Kein Problem. Wenn Familie, Freunde oder Mitarbeiter aus Deinem Betrieb nicht infrage kommen, hast Du die Möglichkeit Deinen Betrieb zum Verkauf auf Portalen anzubieten oder einen Unternehmensmakler zu beauftragen. Er hilft Dir dabei, einen passenden Nachfolger zu finden. Die Handwerkskammer hat für diesen Fall Berater, die Dir den Wert Deines Handwerkerbetriebs berechnen.

Voraussetzung und Planung für eine erfolgreiche Übernahme im Handwerk

Bedingungen für die Übernahme eines Handwerksbetriebs

Im Prinzip darf jede Person einen Handwerksbetrieb übernehmen, die fachlich dazu berechtigt ist. Das bedeutet, bei zulassungspflichtigen Handwerken musst Du als Übernehmer einen Meistertitel vorweisen. Ausnahmegenehmigungen werden nur unter besonderen Bedingungen erteilt, wenn Du z. B. auf eine jahrzehntelange Berufserfahrung im entsprechenden Handwerk zurückblicken kannst. 

Für die zulassungsfreien Handwerke ist ein Meisterbrief nicht nötig, um einen Betrieb zu gründen oder auch zu übernehmen. Mehr Informationen über das Thema zulassungspflichtige und zulassungsfreie Handwerke erfährst Du in unserem Blogbeitrag: Welche Berufe im Handwerk sind meisterpflichtig?

Wer einen Handwerksbetrieb übernehmen will, braucht neben den Voraussetzungen aus dem Handwerk auch die finanziellen Mittel, um den Betrieb zu erwerben. In den meisten Fällen ist dafür ein Kredit erforderlich, was uns schon zum nächsten Punkt führt – der Planung. 

Zielsetzung und Planung für eine gelungene Übernahme

Bevor es an die Planung gehen kann, solltest Du Dir Gedanken über die Ziele Deiner Übernahme machen. Denn sie können ausschlaggebend sein für die Höhe des Kredits. 

Ziele für Betriebsübernahmen im Handwerk

Bei der Übernahme eines Handwerkerbetriebs sollte es nicht nur vorrangig um den Wechsel des Betriebsleiters gehen. Der Betrieb, den Du übernimmst, soll schließlich auch nach der Übergabe

  • wettbewerbsfähig bleiben, 
  • Arbeitsplätze sichern,
  • Kunden gewinnen und binden,
  • sich positiv weiterentwickeln 
  • bzw. digitalisiert werden (falls dies noch nicht in Angriff genommen wurde).

Diese Ziele sorgen für die Absicherung Deiner Mitarbeiter und eine erhöhte Effizienz im Betrieb. Für die Umsetzung dieser Ziele ist eine langfristige und umfassende Planung nötig.

Um weitere Investitionen neben der Aufnahme eines Kredits kommt man deshalb nicht vorbei, wenn es um die Übernahme eines Handwerksbetriebs geht. Die Erschließung neuer Geschäftsmodelle kann ebenfalls zielführend sein und Investitionen für eine umfassende Modernisierung und Digitalisierung in die Wege leiten.

Planung für eine problemlose Übernahme

Hast Du Dir für Deinen Betrieb, den Du führen möchtest, konkrete Ziele überlegt, geht es an die Planung. Eine langjährige und ausführliche Planung ist der beste Weg zum Erfolg. Für die meisten Betriebsübernahmen im Handwerk ist, wie bereits erwähnt, ein Kredit nötig. Diesen wiederum bekommst Du nur bei einer lückenlosen Finanzplanung.

Beraterin sitzt vor einem Computer und lächelt freundlich.

Checkliste für Deine Betriebsübernahme im Handwerk

Bei einer Übernahme gibt es zahlreiche Dinge zu beachten, die unter Umständen eine Herausforderung nach der anderen nach sich ziehen. Die Handwerkskammer hat daher Checklisten für Betriebsübernahmen/-übergaben erstellt, die Dir bei der Übernahme helfen sollen. Neben einer ausführlichen Analyse des Handwerksbetriebs solltest Du laut der Handelskammer den folgenden Punkten Beachtung schenken, bevor Du Dir den Betrieb zu eigen machst:

  • Technische Ausstattung
  • Standort
  • Kunden
  • Wettbewerbssituation
  • Mitarbeiter
  • Wirtschaftliche Lage
  • Übernahmepreis
  • Finanzierung
  • Haftung und Verträge
  • Betriebliche wie persönliche Versicherungen
  • Anmeldeformalitäten

Die Übernahme eines Handwerkbetriebs kann eine spannende, aber auch herausfordernde Erfahrung sein. Wenn Du diese Schritte befolgst und gründlich planst, stellst Du sicher, dass die Übernahme erfolgreich verläuft.

Chancen und Nachteile einer Übernahme

Vorteile einer Übernahme im Handwerk:

Etabliertes Geschäft: Eine Betriebsübernahme ermöglicht es Dir, einen bereits bestehenden Betrieb zu übernehmen, der auf einen Kundenstamm zurückgreifen kann und sich bereits auf dem Handwerksmarkt positioniert hat. 

Know-How: Profitiere von der Erfahrung des bisherigen Betreibers und lerne von seinen Erfolgen und Misserfolgen für Deine erfolgreiche Führung des Betriebs.

Finanzielle Stabilität: Bei einer gut gewählten Betriebsübernahme musst Du nicht so viel Geld in die Hand nehmen wie bei einer Neugründung. Du kannst auf bereits vorhandene Ressourcen zurückgreifen und auch vor einem Kreditinstitut lässt sich die Finanzierung für einen etablierten Betrieb ehe begründen.  

Geringeres Risiko: Im Vergleich zur Gründung eines neuen Geschäfts hast Du es bei einer Betriebsübernahme in der Regel mit weniger Risiken zu tun.  Bei der Übernahme übernimmst Du einen bestehenden Kundenstamm und eine Erfolgsbilanz – so hast Du nicht die Schwierigkeit, erste Kunden zu gewinnen. 

Potenzial: Ein übernommener Handwerksbetrieb bietet oft Potenzial für Wachstum, da Du als neuer Eigentümer den bestehenden Betrieb ausbauen und erweitern kannst, um neue Kunden zu gewinnen und mehr Umsatz zu generieren.

Nachteile einer Übernahme im Handwerk:

Finanzielle Belastung: Entscheidest Du Dich für einen Handwerksbetrieb, der erst auf Vordermann gebracht werden muss, erfordert dies in der Regel erhebliche Investitionen. Wenn der übernommene Handwerksbetrieb nicht den gewünschten Erfolg bringt oder sich gar als unrentabel erweist, kann das für Dich zu erheblichen finanziellen Verlusten führen.

Schuldenübernahme: In einigen Fällen kann ein übernommener Handwerksbetrieb Schulden haben. Im besten Fall suchst Du Dir daher einen schuldenfreien Betrieb.

Personalübernahme: Meistens müssen Mitarbeiter bei einer Betriebsübernahme weiter eingestellt bleiben. Dies kann mit zusätzlichen Kosten und Verpflichtungen verbunden sein, wie zum Beispiel der Übernahme von Arbeitsverträgen und Sozialversicherungsleistungen. 

Schlechter Marktauftritt: Wenn Deinem übernommenen Betrieb ein schlechter Ruf vorauseilt, gestaltet es sich oft schwierig dieses Image wieder loszuwerden. 

Mangelnde Flexibilität: In manchen Fällen haben Handwerksbetriebe eine festgefahrene Geschäftsstruktur, die veraltete Prozesse aufweist. Hier sind Investitionen für Modernisierungen meist unausweichlich. Mitarbeiter und Betreiber sollten hier auf den gleichen Nenner kommen und an einem Strang ziehen.

Unser Tipp an Dich:
Du solltest eine sorgfältige Recherche über den betreffenden Betrieb durchführen, um Deine ganz spezifischen Vor- und Nachteile abwägen zu können, bevor Du eine Entscheidung triffst.

Wann lohnt sich die Übernahme? 

Nicht in allen Fällen lohnt es sich, einen Handwerksbetrieb zu übernehmen. Wenn z. B. die Entwicklung des Betriebes eine ganz andere Richtung aufweist als Du selbst in Deiner Geschäftsidee verwirklichen möchtest, könnte das zu Problemen führen.  

Auch wenn der Großteil der Werkzeuge und Warenbestände überaltert ist, sodass groß angelegte Investitionen erforderlich sind, solltest Du Dir noch einmal überlegen, ob die Übernahme im konkreten Fall sinnvoll ist. Immerhin ist der Kauf eines Handwerksbetriebs in den meisten Fällen mit einem Kredit verbunden.

Wie für alle Unternehmenskäufe gilt also der Grundsatz des Gesamtpakets. 

Kosten 

Der durchschnittliche Kaufpreis eines Handwerksbetriebes kann stark variieren und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa:

  • Größe
  • Handwerk 
  • Lage
  • Umsatz und Gewinn
  • Zustand der Ausrüstung und Maschinen
  • Anzahl der Mitarbeiter  

In jedem Fall empfehlen wir eine individuelle Wertermittlung des Betriebes durchzuführen, um einen realistischen Verkaufspreis zu ermitteln. Hierbei kann es sinnvoll sein, sich an einen Unternehmensmakler oder Berater der Handwerkskammer zu wenden, der sich mit der Wertermittlung von Handwerksbetrieben bestens auskennt.

Modernisierung von Handwerksbetrieben

Bei der Übernahme eines Handwerksbetriebs lohnt sich der Blick in die Zukunft. Der Gedanke, in moderne Technologien und Ausrüstung zu investieren, ist da naheliegend –  egal ob Du einen SHK , Maler und Lackierer oder Gebäudereinigungsbetrieb übernimmst. Durch den Einsatz modernster Ausrüstung wie Maschinen, Software und IT-Systemen kann die Effizienz und Produktivität Deines Handwerksbetriebs gesteigert werden. Das bedeutet am Ende des Tages weniger Zeit im Büro und mehr Zeit für die handwerkliche Arbeit.

Die Einführung von Digitalisierung- und Automatisierungssoftware für Handwerker ist meist der nächste Schritt in die Modernisierung und der Start in die Digitalisierung Deines neu erworbenen Betriebs. 

Neben der Etablierung einer Software solltest Du Deinen Mitarbeitern Schulungen und Weiterbildungen anbieten. Von kontinuierlich durchgeführten Weiterbildungen Deiner Mitarbeiter profitiert letztlich der ganze Betrieb – so bist Du immer auf dem neuesten Stand und bleibst konkurrenzfähig.

Mit der Handwerkersoftware und App von ToolTime beschleunigst Du die Abläufe in Deinem Betrieb – egal, ob Angebots- und Rechnungserstellung, Einsatzplanungen oder die digitale Zeiterfassung Deiner Mitarbeiter. Mit unserer Software für Handwerker erledigst Du Deine Büroarbeit im Handumdrehen!

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Unser Fazit – So gelingt die betriebliche Übernahme 

Die Unternehmensnachfolge ist nicht immer Familiensache. Sind alle Voraussetzungen erfüllt und Vorbereitungen getroffen, gelingt die Übernahme auch in kniffligen Fällen. 

Setzt Du dann noch auf die richtigen Partner in Sachen Software, bist Du auch im Hinblick auf Konkurrenzfähigkeit auf dem richtigen Weg. 

FAQs

Was muss ich bei einer Handwerks-Betriebsübernahme beachten?

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Bei einer Handwerks-Betriebsübernahme gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. Am wichtigsten sind die folgenden Punkte: 

  • Analyse des gesamten Betriebs
  • Personal
  • Kundenbasis
  • Finanzen

Wie viel kostet es, einen Handwerksbetrieb zu kaufen?

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Der durchschnittliche Kaufpreis eines Handwerksbetriebs wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, darunter die Betriebsgröße, das spezifische Handwerk, die geografische Lage, der Umsatz und Gewinn des Unternehmens, der Zustand der Ausrüstung und Maschinen sowie die Anzahl der Mitarbeiter.

Kann man einen Handwerksbetrieb auch ohne Meister übernehmen?

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Wenn Du selber keinen Meister hast, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Du entscheidest Dich für die Übernahme eines Handwerksbetriebs, der einem zulassungsfreien Handwerk nachgeht oder Du stellst einen Handwerker mit Meisterbrief ein, der die Führung des Betriebs für Dich übernimmt. 

Lese jetzt, welche Handwerksberufe einen Meisterbrief haben müssen.

Gibt es eine Förderung für die Übernahme eines Handwerksbetriebs?

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Es gibt verschiedene Förderungen für die Übernahme eines Handwerksbetriebs. Darunter zählen z. B. zinsgünstige Kredite für Übernahmen bzw. Gründungen von Betrieben. Zudem kann es förderlich sein, von Anfang an eine Übernahme mit einer Digitalisierung zu verknüpfen, um interne Prozesse zu verbessern und Zeit wieder effektiv für Kundenarbeit nutzbar zu machen. 

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